Grüne Oasen in der Stadt

Den Menschen beim Leben zusehen

Mein Samstagabend in Osnabrück

Es ist Sommer, es ist Wochenende, ich bin zuhause in Osnabrück und ich habe heute frei. Mein Programm für diesen Samstag: Den Menschen beim Leben zusehen. Vormittags war ich schon Schwimmen im Moskaubad. Entsprechend hungrig ging es anschließend zum leckeren Frühstück auf den Wochenmarkt. Am Nachmittag habe ich einen Spaziergang durch den Bürger-Park genacht und danach meinen Lieblingsläden in der Innenstadt einen Besuch abgestattet. Für meinen perfekten Samstagabend in Osnabrück fehlt mir nun noch eine Zutat, und die bekomme ich bei Jean-François Pelletier im Wein Cabinet in der Bierstraße.

Im Die Weinhandlung Wein Cabinet an der Bierstraße hat das nötige Zubehör für ein Picknick im Park.

Nach Osnabrück der Liebe wegen

Jean-François ist Frankokanadier und der Liebe wegen in Osnabrück sesshaft geworden. Seit sechs Jahren verkauft er hier nun Winzerweine, die seine eigenen strengen Kriterien erfüllen müssen. Ich kann also nichts falsch machen, wenn ich um eine Flasche „Terrassenwein“ für unter 10 Euro bitte. Außerdem sind bei Jean-François immer einige Probierweine geöffnet, so dass ich mal wieder länger als geplant bleibe und mich mit anderen Stammkunden über die geplanten Menüs für das Wochenende austausche.

Hinterhof-Idylle in der Altstadt

Mein Menü heißt heute Picknick im Schlossgarten. Doch bevor ich mich mit meinem Fahrrad auf den Weg mache, möchte ich – direkt beim Wein Cabinet – noch kurz die mediterrane Luft im Steinwerkshof atmen, eine Oase in der Altstadt. Der Steinwerkshof ist eines der ältesten Gebäude der Stadt. Es ist – wie der Name schon sagt – komplett aus Stein gebaut, was im 12. Jahrhundert eine besondere Bauform war. Heute ist hier Sitz der städtischen Denkmalpflege. Der Hof wird liebevoll von den Bewohnern gepflegt und bepflanzt. „Urban Gardening“ kann man diese hübsche Mischung aus Blumen, Kräutern und Gemüse wohl nennen. Wenn das Atelier im ersten Stock des Hinterhauses geöffnet ist, darf ich mir noch die märchenhaften Bilder von Gabriele Teckemeier anschauen.

Picknick im Osnabrücker Schlossgarten

Picknick im Park

Nun wird es Zeit, den Abend mit meinem Wein und den Schätzen vom Wochenmarkt, beim Picknick im Schlossgarten ausklingen zu lassen. Das Schloss aus dem Frühbarock ist heute im Besitz der Universität und rund um den Park finden sich weitere Unigebäude sowie die große Mensa. Der Garten wurde ab 1673 von der damaligen Schlossbewohnerin Sophie von der Pfalz errichtet und ab 1771 im Stil des englischen Landschaftsgartens erweitert. Ich verstehe nicht viel von Barock, aber der Anblick der Rückseite vom Schloss mit der breiten Terrasse und den Sandstein-Skulpturen wirkt wie ein Fenster in die Vergangenheit. Während man im Bürger-Park beschauliche Ruhe genießt, ist man hier im „Schloga“ mitten im Geschehen. Die große, von Bäumen eingefasste Rasenfläche eignet sich bestens zum Sonnenbaden und für sportliche Aktivitäten. Zwischen den bunt bepflanzten, quadratischen Beeten und den ebenerdigen Springbrunnen tummeln sich Studenten und andere Osnabrücker, die es genießen, ihren freien Abend ganz unkompliziert zu verbringen.

Bei schönem Wetter wird hier im Park gegrillt, Musik gehört oder Musik gemacht und gefeiert. Reichlich Gelegenheit also für mich, um weiter den Menschen beim Leben zuzusehen.

Der Schlossgarten in Osnabrück ist ein Park, in dem im Sommer gerne gegrillt und gefeiert wird.

Gut zu wissen

Einmal im Jahr herrscht übrigens Ausnahmezustand im Schlossgarten. Am 1. Augustwochenende könnt ihr beim Schlossgarten Open Air großartige Bands live erleben!

Verfasser
Christine Rother
... ist seit der Grundschule Osnabrückerin, jedoch erst nach ein paar Jahren Fremdgehen als überzeugte Lokalpatriotin heimgekehrt. "Seit 15 Jahren lebe ich nun als glückliche Wüstenbewohnerin in eben diesem Stadtteil ganz in der Nähe meiner Lieblingsorte wie dem Moskau-Freibad und dem Hörner Bruch. Meinen Arbeitsplatz in der Osnabrücker Altstadt, auch ein Lieblingsort, erreiche ich von hier aus mit dem Rad. In der Mittagspause trifft man mich in einer der lokalen Kaffeeröstereien oder, immer donnerstags, auf dem Wochenmarkt am Ledenhof."

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