Ab in die Botanik

Der Botanische Garten der Universität Osnabrück

Es gibt so Tage, an denen möchte man keine bekannte Person sehen oder hören. Man möchte sich einfach ein gutes Buch schnappen und es sich bei schönem Wetter irgendwo gemütlich machen. Der Botanische Garten in Osnabrück bietet sich dafür hervorragend an. Natürlich finden auch Pflanzenliebhaber und Fotografen hier ein sehr schönes Refugium. Mich hat allerdings die Stille und Besinnlichkeit des Ortes überzeugt.

Naturbiotop mitten in der Stadt

Abseits der Innenstadt liegt der Botanische Garten der Universität Osnabrück auf Osnabrücks Westerberg in zwei alten Steinbrüchen.

Im traditionellen Botanischen Garten findest du neben einem Regenwaldhaus, den üblichen Versuchsflächen und nach Themen geordneten, verschieden angelegten Beeten auch Teiche und Bachläufe und unterschiedliche Baumarten. Alle Pflanzen sind namentlich gekennzeichnet, wie man es halt aus Botanischen Gärten so kennt. Der lehrende Charakter steht wie zu erwarten im Vordergrund. Hier wird geforscht, das merkt man.

Bachlauf im Botanischen Garten in Osnabrueck im Osnabruecker Land

Schutzgebiet für Pflanzen & Tiere – und vor Alltagshektik

Ganz anders gibt sich der versteckte, nur durch einen Tunnel erreichbare zweite Steinbruch im hinteren Bereich des Gartens. Dort ist die Natur weitestgehend sich selbst überlassen. Einige Infotafeln zur örtlichen Tier- und Pflanzenwelt erklären dem Besucher was er vorfindet, wie zum Beispiel Fledermäuse. Im Vordergrund stehen aber natürlich die Pflanzen. Hier sind diejenigen Arten neben den nackten Kalksteinwänden zu sehen, die optimal an das Leben im rauen, steinigen Gelände angepasst sind.

Dieser ehemalige 2,8ha große Steinbruch wurde zum Naturschutzgebiet erklärt. Hier sind weniger Menschen anzutreffen als im Hauptgarten, der mit seinen vielen Wegen Berg rauf und runter aufwartet.
Ein Rundweg führt durch das von natürlichen Wiesenflächen gesäumte Gebiet. An schönen Frühlings- und Sommertagen ist es hier angenehm warm, sehr ruhig und weniger Menschen kommen vorbei. Das nutze ich gerne.

Einfach mal innehalten, die Sonnenstrahlen und die Ruhe genießen, den Geräuschen lauschen und abschalten. Das ist mein Plan, wenn ich den Botanischen Garten besuche. Ich sehe den Libellen und Schmetterlingen zu und genieße Natur mitten in der Stadt.

Jetzt ist Pause!

Ausgestattet mit einem Buch mache ich es mir auf einer der vielen Bänke bequem und gönne mir einfach mal eine Pause. Zeitweise erinnere ich mich an meine eigene Studentenzeit zurück, auch wenn ich eher forschend andere Länder bereist habe oder durch Städte getigert bin, statt durch einen Botanischen Garten. Aber der Forschergeist bleibt doch derselbe. Volle Konzentration auf eine Sache.

Die Atmosphäre des Ortes ist wirklich besonders. Jeder hängt seinen Gedanken nach und genießt die Ruhe in Verbindung mit den vielen Farben, die die Natur hervorbringt. In den Bächen plätschert das Wasser und aus den Teichen hört man das quaken der Frösche oder kann den Fischen beim schnappen nach Insekten zusehen.

Der Forschergeist ist geweckt

Irgendwie forscht hier jeder emsig vor sich hin, sei es in einem Buch oder an einer Pflanze. Aber der Botanische Garten wird nicht nur von Wissenschaftlern und Menschen genutzt, die einfach mal eine Auszeit vom Alltag brauchen, sondern auch von Fotografen. Sie sitzen teilweise stundenlang vor einer Blüte und warten darauf, das die eine perfekte Biene auf der einen perfekten Blüte landet. Ich mag diese entspannte, ruhige, aber doch fokussierte Atmosphäre im sonst so hektischen Alltag!

Magst du sie auch? – Dann weck mal deinen Forschergeist oder den kleinen Botaniker in dir! Der Botanische Garten der Universität Osnabrück lohnt sich! Über zwei andere Grüne Oasen in der Stadt hat übrigens Christine zu berichten.

Gut zu wissen

Als Spielplatz darf der Botanische Garten selbstverständlich nicht genutzt werden und Hunde, außer natürlich Blindenhunde, sind auch nicht erlaubt auf dem Gelände.

Alles zum Botanischen Garten findest du auf der Homepage der Universität Osnabrück.


Verfasser
Kathrin Krockauer
… hat schon in Berlin, Köln und Hannover gelebt. "Nun wohne ich mitten in Osnabrück und lerne die Stadt und das Osnabrücker Land langsam aber sicher kennen und lieben. Zusammen mit Freunden, Fahrrad oder Pferd erkunde ich häufig die unterschiedlichen Seiten der Region, aber genauso wie aktiv zu sein, liebe ich es auch einfach mal die Seele baumeln zu lassen."

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